Der „Waldwiesel“ Wald – ein Ort zum Wachsen & Spielen

Seit tausenden von Jahren spielen Kinder in der Natur und sammeln dort essentielle Primärerfahrungen. Diese Verbindung zur Natur ist tief in uns verankert. Haben Kinder die Möglichkeit an diesen Naturplätzen zu sein, ergibt sich eine Vielzahl von stärkenden Effekten.

Auf dieser Basis arbeitet die Kindergruppe Waldwiesel in Hain bei Emmersdorf. Wir bewegen uns zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter, in der freien Natur im Waldgebiet von Emmersdorf an der Donau. Unser Basisplatz ist in einem wunderschönen, naturnahen Waldstück oberhalb von Hain bei Emmersdorf gelegen. Bei Gewitter und Sturm weicht die Gruppe auf Räumlichkeiten aus.

Unser Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern im Alter von 2,5 bis 10 Jahren einen sicheren, liebevollen und geborgenen Rahmen zur Entwicklung in der lebendigen und natürlichen Umgebung des Waldes zu bieten.

Einer der Lieblingsplätze unserer Kinder ist die „Pieksiwelt“ beim Tipi. Dieser Platz ist eine von dichten Büschen verwachsene, steile Böschung mit teils lehmigen und teils steinigeren Böden. Sie bietet viele heimelige Gänge und Verstecke, die durch das Hindurchbewegen der Kinder entstanden sind. Die Kinder lieben es im Dickicht der Sträucher, Rollenspiele zu erfinden, zu klettern oder nach Schätzen zu suchen, Erde in Gefäße zu füllen und die Erdlöcher auf Bewohner zu untersuchen.

Kinder lieben Tiere. Wildtiere in der freien Natur direkt beobachten zu können, ist jedoch nicht immer einfach. Was man aber in Hülle und Fülle findet, sind Tierspuren, Trittsiegel im Matsch, angenagte Fichtenzapfen. Diese Spuren faszinieren die Kinder und regen an sich Gedanken darüber zu machen, was bloß an dieser Stelle passiert sein mag.

Und auch Bäume üben magische Anziehung auf Kinder aus. Bei Waldwiesel lieben sie vor allem die jungen Eichen zum Klettern, die mit ihren tiefreichenden, stabilen Ästen förmlich dazu einladen sich auf ihnen zu bewegen. Die Bäume mit bodennahen Ästen werden vom Feuerwehrauto, mit einem biegsamen Ast als Scheibenwischer, über die Mondrakete, bis zum Baumhaus für alles eingesetzt, was die Fantasie erlaubt.

Mit Erde zu spielen heißt zu gestalten, zu formen, zu graben, zu schmieren und zu gatschen. In der „Hexenküche“ werden gerne „Gatschgerichte“ mit Erde gekocht. Angefangen von Gatsch-Suppen, Knödeln, Pizza mit Kräutern bis zu Kaffee. Mit welcher Hingabe, Ausdauer und Liebe zum Detail die Kinder ihre Speisen hier zubereiten. Eine weitere Lieblingstätigkeit der Waldwiesel ist es, Wasserläufe und kleine Teiche im Erdhügel zu graben um zu erleben wie sich das Wasser bewegt und sammelt.

Kinder brauchen genügend Zeit um mit den Naturspielplätzen wirklich in Kontakt kommen zu können. Jedes Kind hat hierfür sein eigenes Tempo. Bei Waldwiesel akzeptieren wir dieses Tempo, das dem Kind innewohnt und legen den Fokus darauf, genug Raum für einen langsamen Beziehungsaufbau zu schaffen. Kinder, die zu sich zu Beginn für alles eine Erlaubnis holen wollen, brauchen Zeit sich selbst zu organisieren. Sie lernen Situationen in einem sicheren Rahmen selbst einzuschätzen und in Begleitung die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, z.B.: „Ist dir gerade warm genug um die Jacke auszuziehen?“ Durch achtsame Begleitung der Kinder als auch der Eltern, sowie den vielfältigen Anreizen, die die Natur bietet, sehen wir unseren Beitrag zu einem nahrhaften Boden für eine gesunde Entwicklung.

Bei Waldwiesel wollen wird den Kindern die Zeit und den Raum geben, ihre eigenen Grenzen zu entdecken und über sich hinaus zu wachsen. Die natürlichen Spielorte bieten unserer Erfahrung nach die ideale Basis dafür.

Dieser Artikel ist ein Kurzfassung von Brigitta Rupp. Hier gehts zum Original-Artikel von Laurenz Garschall.