Pro-Kopf-Förderung und volle Autonomie des Standorts als Ausbruch aus der Stagnation im Bildungssektor

An die 2.000 Kinder in Niederösterreich werden in reformpädagogischen Bildungseinrichtungen in privater Trägerschaft betreut und unterrichtet. Ihnen gemeinsam ist nicht nur eine Pädagogik, die von der des öffentlichen Schulsystems abweicht, sondern auch der Kampf um die Finanzen, weil nur ein Bruchteil ihrer Kosten durch staatliche Förderungen abgedeckt werden. Die Eltern zahlen Steuern und Gemeindeabgaben wie alle anderen, aber ihre Kinder haben kein Recht auf die Finanzierung ihres Schul- oder Kindergartenplatzes.

Um auf diese Situation aufmerksam zu machen und ihre zukunftsweisende Bildungsarbeit zu präsentieren, fand am Samstag, dem 27. April, in St. Pölten das „Fest der Bildung“ statt. Zwischen 9:00 und 16:00 Uhr präsentierten die Bildungsinitiativen ihre Konzepte und Methoden. Währenddessen wurde auf der Freilichtbühne und im Cinema Paradiso abwechslungsreiche Rahmenprogramme geboten: Die Sieger des Mal- und Fotowettbewerbs wurden prämiert, Gruppen von Kindern und Jugendlichen zeigten, was sie können, und Filme zum Thema Bildung wurden gezeigt.

Hochrangige Experten trafen sich zum Podiumsdialog. Während die einen den radikalen Ausbruch aus herrschenden Systemen empfahlen, setzten die anderen auf kontinuierliche Reformen. ÖVP-Abgeordneter Heuras sprach die Vorteile der Subventionierung des Individuums, nicht des Standortes an. Die Diskutanten waren sich einig, dass eine „Subjektförderung statt Objektförderung“ in Verbindung mit der Autonomie des Standorts, einen enormen Entwicklungsschub im gesamten Bildungssektor auslösen würde.

Alle Anwesenden sind überzeugt, dass die Reformpädagogik und alternative Bildungsangebote wertvolle Beiträge zur Weiterentwicklung des Schulwesens leisten. Nun ist es dringend notwendig, dass der verbalen Wertschätzung auch finanzielle Anerkennung folgt. Aus dem Amt der Niederösterreichischen Landesregierung heißt es, „dass man die Förderrichtlinien für diese Art der Privatkindergärten und -schulen überdenken müsse“. Ein Hoffnungsschimmer für die engagierten Eltern und PädagogInnen in der reformpädagogischen Landschaft Niederösterreichs?

Andrea Pisa